Andacht

Der Wochenspruch steht im 1. Petrusbrief:
Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! in seinem großen Erbarmen hat er uns neu geboren und einer lebendigen Hoffnung erfüllt. Diese Hoffnung gründet sich darauf, dass Jesus Christus vom Tod auferstanden ist.

Lied 103 Gelobt sei Gott

Psalm 116
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele;
Denn der Herr tut dir Gutes.
Denn du hast meine Seele vom Tode errettet,
mein Auge von den Tränen, meine Fuß vom Gleiten.
Ich werde wandeln vor dem Herrn
im Lande der Lebendigen.
Wie soll ich dem Herrn vergelten
all seine Wohltat, die er an mir tut?
Ich will den Kelch des Heils nehmen
und des Herrn Namen anrufen.
Dir will ich Dank opfern
und des Herrn Namen anrufen.
Ich will meine Gelübde dem Herrn erfüllen
vor all seinem Volk.
in den Vorhöfen am Hause des Herrn,
in dir, Jerusalem. Halleluja!

Halleluja.
Der Herr hat Großes an uns getan. Des sind wir fröhlich.
Halleluja.
Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaftig auferstanden!
Halleluja.

Gebet
Lebendiger Gott, du hast uns mit österlicher Freude erfüllt. Hilf, dass sie in uns bleibt und dass wir sie für andere ausstrahlen. Wir haben deinen Sohn nicht mit eigenen Augen gesehen,
und wir haben ihn nicht mit den Händen berührt. Und dennoch glauben wir an seine Auferstehung. Schenke uns die Hoffnung auf seine Gegenwart und lass uns durch die Taufe mit dir verbunden bleiben. Dir sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Lied 117 Der schöne Ostertag

Die Lesung steht bei Johannes im 21. Kapitel:
Lesung

Ihr Lieben, nun ist er also weg! Sie hatten so vieles gemeinsam unternommen. Das war eine so schöne Zeit! Der Trubel in den letzten Tagen war aufregend und kaum zu glauben. Nun ist er weg. Sie hatten ihn so ins Herz geschlossen. Aber jetzt ist da eine tiefe Leere. Das traurige Gefühl des Alleinseins macht sich breit. Er ist nicht mehr da. Was bleibt? Nur Erinnerungen an eine so schöne Zeit. Man würde am liebsten die Uhr zurückdrehen. Aber das geht ja nicht.
Es bleibt also nichts anderes übrig als so weiterzuleben, wie man vorher auch gelebt hat. Was bleibt? Wir haben eben die Erzählung gehört. Die Jünger stehen da. Jesus ist weg. Was bleibt?
Was sollen sie jetzt nur machen? Natürlich das, was sie vor Jesus getan haben. Fischengehen.
Also zurück zum Alltagsgeschäft. Die Jünger machen das, was sie gelernt haben. Die Jünger haben wohl das Fischen verlernt. Denn die ganze Nacht haben sie auf dem See zugebracht
und nichts gefangen. Leere Netze.

Was bleibt? Einfach nichts! DAS ist ja ein toller Start in den Alltag. Und dann noch dieser Frühaufsteher am Strand, der einem bei der Arbeit zusieht und gute Ratschläge erteilt und alles besser weiß.

Jesus steht am Strand. Er tritt in den Alltag der Jünger hinein. Nichts gefangen, nichts verdient. „Kinder, habt ihr nicht etwas zu essen?“ Er ist mitfühlend und besorgt. Jesus sieht die Not und den Misserfolg der Jünger. Mit leeren Händen und leeren Netzen stehen sie da.
Jesus steht am Strand, aber „die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war.“ Diese Jünger haben von Anfang an nichts verstanden. Denen musste man alles doppelt und dreifach erklären. Die erkannten Jesus einfach nicht. Die waren genauso ahnungslos wie Maria Magdalena am Grab. Uns würde das doch nicht passieren! Wenn man jemanden kennt, dann erkennt man die Person auch sofort, gerade wenn man sie erst vor wenigen Tagen das letzte Mal gesehen hat. Aber die Jünger erkennen Jesus einfach nicht, obwohl sie ihn erst kurz zuvor gesehen haben.

Wir, ja wir, würden doch auch sofort erkennen, wenn Jesus uns in unserem Alltag begegnet. Wirklich? Schön, wenn es so ist. Aber oft steckt man in seinem Alltag. Hier noch kurz ein Anruf, dort noch ein Arzttermin, schnell noch zur Bank und dann fix in die Kaufhalle. Da hat man eben seine täglichen Sorgen. In solchen Situationen fällt es oft schwer, die Umwelt überhaupt noch wahrzunehmen, weil man so im Stress ist. Dennoch tritt Jesus in den Alltag der Jünger. Und er tritt in unseren Alltag hinein, wie damals bei den Jüngern. Unbemerkt und doch bemerkenswert. Sein Dabeisein wird erlebbar.

Das erleben auch die Jünger. Sie waren als Fischer keine zierlichen und schwachen Männer. Die konnten ordentlich zupacken. Aber nun kommt Jesus so machtvoll in ihren Alltag, dass ihnen die Kraft ausgeht. „Sie warfen das Netz aus. Aber dann konnten sie es nicht wieder einholen, so voll war es mit Fischen“. Gestandene Männer, echte Kerle, die arbeiten konnten, haben keine Kraft mehr. Jesus sorgt dafür, dass die Jünger einen Riesenfang machen.

Ein Netz voller Fische. Klasse! Hurra! Eigentlich ist das total super. Doch plötzlich stehen die Jünger vor einem ganz neuen Problem. Ein volles Netz und keine Kraft! Genau da begreifen die Jünger, wer der Mann am Strand ist. Jesus. Er ist es, der sie zum Teil eines Wunders gemacht hat. Er allein war es, der ihre Netze gefüllt hat. Die Jünger haben überhaupt nicht mit Jesus gerechnet, sonst hätten sie doch etwas für ihn vorbereitet. Völlig ungeplant treffen sie Jesus.

Er steht am Strand. Und Jesus tritt auch in unseren Alltag. Mal still und unbemerkt, mal mit aller Kraft und Deutlichkeit. Wenn Jesus in unseren Alltag tritt, dann rückt er mehr in unsere Wahrnehmung. Denn eigentlich ist er immer da.

Na, Ihr Lieben, rechnen wir bei unserem alltäglichen Tun mit einer Jesusbegegnung? Sind wir vorbereitet? Oder erwischt es uns eiskalt wie die Jünger?

Jesus kommt und handelt. Er sitzt nicht still am Ufer und schaut, wie wir einen Misserfolg haben oder gar scheitern. Nein! Jesus greift ein in unsere Not und unsere Bedürfnisse, ob wir nun auf ihn vorbereitet sind oder nicht. Da gibt es Situationen, in denen wir wie die Jünger mit leeren Händen dastehen. Und doch! Jesus ist im Alltag. Nur wo? Vielleicht sollten wir auch unsere Wahrnehmung schärfen. Im täglichen Einerlei und auch im Gottesdienst. Und manchmal gibt es Situationen, wo uns dafür auf einmal die Augen aufgehen. Ich erinnere mich an Kirchenbesuche, in die ich am Sonntag ohne Erwartung gegangen bin. Aber sehr oft ist es mir dann passiert, dass ich in den Gottesdiensten etwas erfahren habe, dass mich irgendwas angesprochen hat. Ein Lied, ein Wort hat etwas in mir ausgelöst. Es ist vielleicht nur ein Gefühl, eine Ermutigung, irgendwie innere Freude. Es muss nichts Großes sein, aber für mich ist es dann so, wie wenn mir Jesus damit auf die Schulter tippt und sagt: „Du, ich bin da und weiß, was Du jetzt brauchst. Ich bin da in Deinem Alltag, nicht nur im Gottesdienst.
Ich bin da in Deinem Leben, in Deinen täglichen Sorgen. Ich bin auch da, wo alles gut läuft und das Leben gelingt.“

Ihr Lieben, Jesusbegegnungen in unserem täglichen Einerlei können ganz klein sein, aber auch so groß, dass wir es nicht mehr fassen können. Jesusbegegnungen verlaufen, wie in unserer Geschichte oft eigenartig. Es gehen plötzlich Türen auf im Leben, die neue Chancen bieten. Es sind nicht immer Netze voller Fische, sondern auch Gespräche mit Menschen, die wir brauchen, Halt und die Erfahrung, nicht allein zu sein, aufmunternde Worte oder ein Bibelwort.

Für die Jünger waren die Fische lebensnotwendig. Die Fischerei war ihre Existenz. Für uns heutzutage sind es andere Dinge. 153 Fische waren im Netz. Nicht 20, 50 oder 100. Nein, 153! Eine merkwürdige Zahl. Endet Jesu Fürsorge bei 153 Fischen? 153 ist die Zahl, die die absolute Fülle bedeutet. Mehr geht nicht! Wenn die Jünger 153 Fische im Netz hatten, dann hatten sie alles bekommen, was man überhaupt bekommen konnte. Jesus schenkt alles. Und das in Hülle und Fülle. Mehr geht nicht! Im Boot hatte Petrus nicht die Kraft das Netz mit den anderen Jüngern einzuholen. Doch kaum ist Jesus da, werden in ihm Kräfte geweckt und das Netz kann ins Boot geholt werden. Das Problem der Jünger wird in der Gegenwart Jesu zu einer lösbaren Aufgabe.

Die Jünger kommen zurück an den Strand und Jesus hat Frühstück gemacht. „Kommt, es gibt Frühstück“ lädt er ein. Jesus isst mit den Jüngern und gibt ihnen das, was sie brauchen. Er weiß, dass seine Jünger nach dem Fischen richtig Hunger haben. Bärenhunger. Kohldampf. Jesus versorgt und sorgt sich um seine Jünger. Ein Herr, der in Liebe und aus Liebe für seine Jünger väterlich, fürsorglich sorgt. Und was bleibt? Den Jüngern bleibt das Wissen, dass Jesus lebt und sich um sie sorgt – ein für alle Mal.

Was bleibt uns? Jesus bleibt als der Auferstandene und ist auch in unserem Alltag dabei. Das ist genauso einfach und platt wie unglaublich.  

Jesus kommt in unseren Alltag. Der, der ging ist wieder da. Der, der gestorben ist, lebt. Das ist das Osterwunder! Das ist so wunderbar! Durch seine Auferstehung bleibt Jesus da- für immer und ewig. Keine Uhr muss zurückgedreht werden, keine Resignation und keine Abschiedstrauer sind nötig. Kein Alleinsein, keine Leere in uns müssen sein, sondern die Freude, jemanden zu haben, der da ist und sich um uns sorgt. Er ist da und bleibt. Freude, Gemeinschaft, Hilfe und Fürsorge kommen in unser Leben, weil er in unseren Alltag kommt.
Was bleibt? Jesus bleibt. Jesus, der Auferstandene.
Amen.

Lied 229 Kommt mit Gaben und Lobgesang

Lasst uns Fürbitte halten. Für uns. Für alle Menschen.

Vater im Himmel, wir danken Dir, dass Du uns das Leben geschenkt hast. Wir danken Dir für unsere Taufe. Mit Wasser und mit Worten hast du uns berührt. Wir danken Dir für Dein großes Ja über unserem Leben, das möglich geworden ist durch Jesus Christus unseren Herrn.

Christus, du bist auferstanden. Christus, du bist unsichtbar, doch du bist in unserer Mitte. Zu dir beten wir:

Du bist das Leben. Du hast dem Tod die Macht genommen. Doch wir erleben, wie der Tod immer noch nach uns greift. Wir bitten für alle Menschen, die gegen den Tod ankämpfen, für alle, die dem Tod ausgeliefert werden, für die, deren Kräfte versiegen. Nimm uns die Angst. Schenke uns Glauben.

Du bist das Leben. Du schenkst den Frieden, der die Welt überwindet. Doch wir erleben, wie weiter Unfriede herrscht. Wir bitten für alle Menschen, die in Kriegsgebieten leben müssen, für alle, die eingesperrt und bedrängt werden, für Frieden in unseren Häusern und Familien, in unserer Nachbarschaft, in unserem Land. Nimm uns die Angst. Schenke uns Frieden.

Christus, du bist auferstanden. Du bist das Leben. Du gibst den Müden Kraft. Du lässt uns aufatmen. Wir danken dir für den Atem, für die Menschen an unserer Seite, für den Glauben und dein Wort. Dir vertrauen wir diese Welt an. Dir vertrauen wir uns an. Du bist das Leben. Halleluja.

Gemeinsam beten wir zu dir:
Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen

Bitten wir um Gottes Segen:
Der Herr segne dich und behüte dich.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir + Frieden
Amen

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